Die Höhlentiere - Die Fledermäuse in der Grasslhöhle (Harald Polt)

Fledermäuse sind in unseren Breiten keine dauernden Höhlenbewohner, sondern nur Höhlengäste. Sie suchen im Bereich des Mittelsteirischen Karstes, genauer im Weizer Bergland, Höhlen, Stollen und Keller für ihre Winterruhe auf.

Eines dieser Winterquartiere ist die Grasslhöhle. Diese Höhle liegt in ca. 720 m Seehöhe und ist wegen ihres einzigen derzeit bekannten Einganges ein beliebtes Quartier für wärmeliebende Fledermäuse wie Kleine Hufeisennase und Wimperfledermaus. Die Durchschnittstemperatur der Grasslhöhle beträgt ca. 8 Grad Celsius. Eisbildungen kommen in der Höhle im Gegensatz zum rund 180 m höher liegenden Katerloch nicht vor.

Schon kurz nach dem Sommer kann man je nach Wetterlage vereinzelt Fledermäuse, teilweise auch tagsüber, in der Höhle fliegend beobachten. Wann der Großteil der im Winter in der Höhle anzutreffenden Tiere in die Höhle einzieht, hängt davon ab, wie mild oder streng der Herbst ist.

Um die Fledermäuse in ihrer Winterruhe nicht zu stören, werden Führungen im Winter stark eingeschränkt.

Derzeit sind 9 Fledermausarten aus der Grasslhöhle bekannt:

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden vereinzelt Fledermauszählungen in der Höhle durchgeführt, seit den 80er Jahren regelmäßig. Die Statistik zeigt uns den schwankenden Fledermausbestand seit dem Jahr 1990. Seit damals betrug der Höchststand 89 Tiere, der Tiefststand 33 Tiere.

Bei der jährlich im Jänner durchgeführten Zählung werden alle leicht erreichbaren Teile der Höhle befahren und von Spezialisten des Landesvereines für Höhlenkunde in der Steiermark, dem Landesmuseum Joanneum sowie dem Naturhistorischen Museum Wien versucht, den Fledermausbestand der Höhle vollständig zu erfassen.



Außerdem sind aus der Grasslhöhle noch weitere Tiere bekannt!

Insgesamt sind aus der Grasslhöhle rund 35 Tierarten bekannt (siehe Strouhal und Vornatscher 1975).

Literatur:
Strouhal, Hans, Vornatscher, Josef (1975): Katalog der rezenten Höhlentiere Österreichs, Wiss. Beih. Zur Zeitschrift „Die Höhle“, 24, Seite 518, 519, Wien, Dez. 1975.

Bilder: Harald Polt

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